Historisches Foto: Der EDK 300 im Saaletal 1984

Das Foto zeigt einen Moment, der heute nicht mehr wiederholbar ist:

Der EDK 300, ein Eisenbahndrehkran aus dem Oberbauwerk Neudietendorf, unterwegs im Zugverband mit Wohnwagen und Gerätewagen – gezogen von einer Dampflok der Baureihe 41 durch das Saaletal.

Im Hintergrund erheben sich die Dornburger Schlösser, deren Silhouette dem technischen Zug eine fast malerische Kulisse verleiht. Die Kombination aus schwerer Eisenbahntechnik und historischer Landschaft macht den Anblick besonders eindrucksvoll.

Der EDK 300 gehörte zu meinem Meisterbereich. Für dich – und für viele Eisenbahner jener Zeit – war er nicht nur ein Arbeitsgerät, sondern ein Stück Identität des Oberbauwerkes. Solche Krane waren unverzichtbar für Havarieeinsätze, Gleisbau und schwere Hebearbeiten.

Dass genau dieser Kran in den 1980er‑Jahren verunglückte und später verschrottet wurde, verleiht dem Foto eine zusätzliche historische Tiefe: Es zeigt ein Gerät, das es heute nicht mehr gibt.

Erinnerung an die Kranführer

Mit dem Kran verbunden sind auch die Menschen, die ihn geführt haben:

Wolfgang Streibel und Horst Schleip – zwei erfahrene Kranführer, die nicht mehr unter uns sind. Ihre Arbeit, ihr Können und ihre Verantwortung bleiben Teil der Geschichte dieses Geräts. Das Foto bewahrt auch ihre Erinnerung.

Bedeutung des Fotos

Solche Aufnahmen sind mehr als technische Dokumente. Sie halten eine Arbeitswelt fest, die verschwunden ist:

  • die Dampflok als Zugkraft,
  • der schwere Kran im Verband,
  • die Landschaft des Saaletals,
  • die Menschen, die diese Technik beherrschten.

Ein einziges Bild kann eine ganze Epoche lebendig machen. Dieses Foto gehört dazu.

Zu DDR-Zeiten war der zweite Sonntag im Juni der „Tag des Eisenbahners“. Seit der Wiedervereinigung gibt es diesen Tag jedoch nicht mehr. Schade eigentlich, dass die Eisenbahner von heute diese Anerkennung nicht mehr bekommen.

Abenteuer am Schienenstrang

Eine wahre Geschichte vom 09.09.2023

 

Wir waren von Waren/Müritz mit der Bahn nach Hause unterwegs. Bis Berlin-Gesundbrunnen ist ein Ersatz ICE gefahren. Pünktlich!!

In Berlin-Gesundbrunnen sind wir in den ICE Richtung Stuttgart eingestiegen, hatten Sitzplätze und kamen bis Berlin Hauptbahnhof. Dort wurde uns mitgeteilt, dass auf den Lokführer gewartet werden muss. Nach ca. einer halben Stunde wurden wir vom Zugpersonal informiert, dass wir mit dem ICE Richtung Basel weiterfahren könnten. Es konnte keine Aussage getroffen werden, wann ein Lokführer zur Verfügung steht. Wir sind ausgestiegen und mit unseren schweren Koffern in Richtung Bahnsteig ICE Basel, Treppen hoch. Oben angekommen, sahen wir den Bahnsteig voller Menschen, so dass wir uns nicht in der Lage sahen, uns in dieses Getümmel zu stürzen. Also sind wir wieder in den Zug ohne Lokführer zurück und haben gewartet. Nächste Durchsage: keine Aussage zum Lokführer, wir könnten mit dem ICE Richtung München weiterfahren. Also sind wir in diesen ICE umgestiegen und haben auch einen Sitzplatz gefunden. Wir fuhren vom Hbf bis zum Südkreuz und jetzt kommt das absolute Chaos:

Es erfolgte die Durchsage, dass der ICE überfüllt sei und wer nicht auf diesen Zug gebucht hätte, aussteigen muss! Der Zug würde nicht weiterfahren!  Die Fahrgäste, die drin blieben, würden als Schwarzfahrer behandelt werden! Das Zugpersonal würde auf Anweisung handeln!  

In unserem Waggon hatten alle Fahrgäste Sitzplatz und es stand auch keiner. Wir hätten doch erwartet, dass das Zugpersonal die Gäste auf die Waggons aufteilt. Wir sind ausgestiegen. Auf dem Bahnsteig und der Information konnte uns niemand etwas genaues sagen. Also haben wir uns entschlossen, mit der Regionalbahn bis nach Lutherstadt Wittenberg zu fahren. Da dieser Zug dann auch Verspätung hatte, konnten wir nicht mit der Regionalbahn gleich weiterfahren. Unser Glück: eine viertel Stunde später fuhr der ICE Richtung Basel ein und wir konnten mit diesem bis Erfurt fahren. Wir hatten Sitzplätze, der Schaffner war nett. In Erfurt hatten wir Anschluss und waren dann mit nur drei Stunden Verspätung in Gotha.

Wir hatten großes Bedenken, dass wir unterwegs stranden!

Im Nachgang haben wir erfahren, dass sogar die Bundespolizei einschreiten musste, um die Fahrgäste aus den Zügen zu holen. In Hamburg hatte es einen Anschlag auf die Bahn gegeben und somit war überall Bahnchaos.